Flächenmangel auf hoher See: Konkurrenz um Nordsee-Flächen

Endlose Weiten, grenzenlose Freiheit: Das verbinden wohl viele mit der Nordsee. Doch in Wirklichkeit ist es voll auf dem Meer – und streng reglementiert. Verteilungskonflikte dürften zunehmen.

Der Konkurrenzkampf um Flächen in der deutschen Nordsee wird größer. Ob Windparks, Schifffahrt, Marine, Fischerei oder Naturschutz – um Anteile in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee wird hart gerungen, wie einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Die AWZ ist ein Meeresgebiet nahezu so groß wie Belgien. Sie beginnt etwa 22 Kilometer hinter dem Festland und gehört nicht zum Staatsgebiet. Deutschland hat dort aber begrenzt souveräne Rechte. 

Vom Verband Deutscher Reeder aus Hamburg heißt es: „Die immer intensivere Nutzung des Meeresraums durch verschiedene Interessengruppen führt zu wachsender Konkurrenz um verfügbare Flächen.“ Der Verband pocht darauf, dass Abstand zwischen Schifffahrtsrouten und Windparks gewahrt bleibt. 

Das Marinekommando verweist darauf, dass es mit der „Zeitenwende“ eine Rückbesinnung auf Landesverteidigung gebe – auch in deutschen Gewässern. In der Vergangenheit habe die Marine Zugeständnisse bei der Verteilung von Flächen gemacht. Ein U-Boottauchgebiet etwa sei unter anderem mit einem Windpark und Kabelkanal bebaut worden. Solche Zugeständnisse seien nicht länger möglich. 

Die Fischerei sieht sich vor allem durch den Ausbau der Windkraft bedroht. Der Verband fordert eine Co-Nutzung in Windparks. „Ansonsten wird es künftig für die Fischerei nicht mehr genügend Fläche geben“, sagte ein Sprecher.

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